Gefäßzentrum Rhein-Kreis Neuss

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Gefäßzentrum Neuss

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Gefäßzentrum Rhein-Kreis Neuss!

Sich gut aufgehoben fühlen und als Mensch wahrgenommen werden, ist unersetzlich. Wir Spezialisten des Gefäßzentrums Rhein-Kreis Neuss wollen mehr als nur einzelne Symptome behandeln. Das Erkennen individueller Risikofaktoren und die Prophylaxe von Gefäßerkrankungen sind uns ebenso wichtig, wie die umfassende Therapie aller Erkrankungen des Gefäßsystems und ihren Folgen. Zu diesen zählen u.a. Krampfadern, Thrombosen, diabetischer Fuß, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Weil Gefäßerkrankungen und ihre Ursachen so vielfältig sind und manchmal über größere Zeiträume hinweg betreut werden müssen, liegt uns viel an einer engen Kooperation mit Spezialisten in Klinik und Praxis. In die Therapiekonzepte sind neben dem Johanna-Etienne-Krankenhaus und dem MVZ für Gefäßmedizin und Wundversorgung Neuss auch die niedergelassenen Fachärzte mit einbezogen: zum Beispiel Diabetologen, Nephrologen, Kardiologen, Augenärzte und Dermatologen. Neben kurzen Wegen in Diagnostik und Therapie gewährleistet die starke Vernetzung eine optimale Betreuung unserer Patienten.

Urkunde „Anerkanntes Gefäßzentrum“ (DGG/DRG)

Diagnose-Information

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Arterielle Durchblutungsstörungen

Bei arteriellen Durchblutungsstörungen ist der Blutfluss in den Gefäßen gestört, die die Organe und Zellen mit frischem Sauerstoff versorgen. Das kann verschiedene Ursachen haben. Meistens lassen sich Durchblutungsstörungen auf Ablagerungen (sog. Plaques) an den Gefäßwänden zurückführen, die die Arterie verengen. Befinden sich die Engstellen in den Arterien des Beckens oder der Beine, spricht man von der Schaufensterkrankheit oder medizinisch von der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK). Zu einem plötzlichen Verschluss kann es kommen, wenn die Plaques aufbrechen und sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) bildet. Manchmal wird der Thrombus mit dem Blutstrom fortgerissen und blockiert ein anderes Gefäß. Herzinfarkt, Schlaganfall oder ein akuter Gefäßverschluss im Bein können die Folgen sein.

Therapie

Ein Therapieziel besteht darin, die Fließeigenschaften des Blutes zu verbessern und Blutgerinnsel zu verhindern. Hierzu werden spezifische Medikamente („Blutverdünner“, Thrombozytenfunktionshemmer) verschrieben. Zudem kann der Arzt mit einer Kathetertherapie (med.: Perkutane Transluminale Angioplastie, kurz PTA)  verengte oder verschlossene Adern mechanisch aufdehnen. Bei längeren Gefäßverengungen oder Verschlüssen wird oftmals zusätzlich ein Stent (feinmaschiges Geflecht aus Metall) eingesetzt. Während Operationen können verengte Adern auch mittels einer „Umleitung“ überbrückt werden (Bypass-OP) oder Engstellen über Ausschälplastiken beseitigt werden.

Verengte Halsschlagader (Carotis-Stenose)

Die Halsschlagadern (Arteria carotis oder Carotiden) versorgen u.a. das Gehirn mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Carotiden gehören zu den großkalibrigen Blutgefäßen unseres Körpers. Dennoch kann es hier aufgrund einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose) zu Engstellen (Stenosen) kommen. Risikofaktoren dafür sind erhöhte Fettwerte, Bluthochdruck, Zucker, Rauchen, Übergewicht, mangelnde Bewegung und familiäre Belastung. Ein Drittel aller Schlaganfälle werden durch Stenosen der Halsschlagadern ausgelöst. Da die Betroffenen oft keine Beschwerden spüren, wird die Carotis-Stenose meist erst bei Routineuntersuchungen entdeckt

Therapie

Abhängig von der Diagnose genügen bei vielen Patienten eine medikamentöse Behandlung und regelmäßige Kontrollen der Verengung. Sind über 80% der Halsschlagader verengt, wird meist operiert. Ein unkomplizierter und bewährter Eingriff ist die Ausschälung der Ablagerungen (Thrombendarteriektomie, kurz TEA); eine andere das Implantieren eines Stents (feinmaschiges Geflecht aus Metall, Carotis- PTA).

Gefäßaufdehnung (Angioplastie)

In allen Blutgefäßen des menschlichen Körpers können sich Ablagerungen (sog. Plaques) bilden. Eine Angioplastie ist ein Verfahren, um verengte oder verschlossene Adern mittels einer Kathetertherapie (med.: Perkutane Transluminale Angioplastie, kurz PTA) mechanisch aufzudehnen. Diese Methode ist auch unter dem Begriff „Ballondilatation“ bekannt. Dafür wird ein Katheter meistens von der Leistengegend ausgehend in das betroffene Gefäß eingeführt, in die Engstelle (Stenose) platziert und mit einem Ballon kurzzeitig gedehnt, um das verengte Gefäß zu erweitern.

Diese Methode kann angewendet werden bei Plaques in 

den Halsschlagadern (Arteria carotis)

den Adern der Nieren (Arteria renalis 

den Becken- und Beinarterien  ( Spezialisierung im JEK- bei Unterschenkelarterien )

Lymphödem

Das Lymphsystem ist neben dem Blutkreislauf das wichtigste Transportsystem im menschlichen Körper. Die Lymphe dient der Ernährung der umliegenden Zellen ebenso wie dem Abtransport von Stoffwechselprodukten. Ist das Lymphsystem erkrankt, ist es oft mit überschüssiger Flüssigkeit überfordert. Wenn diese ins Gewebe austritt, kommt es zu einer Schwellung des betroffenen Körperteils. Es entsteht ein sog. Lymphödem. Lymphödeme kommen am häufigsten in Armen und Beinen vor; Frauen sind häufiger betroffen als Männer. 

Therapie

Eine effektive Methode zur Therapie von Lymphödemen ist die komplexe physikalische Entstauungstherapie. Sie besteht aus der kombinierten Anwendung von

  • manueller Lymphdrainage, d.h. einer Massage durch einen entsprechend ausgebildeten Therapeuten (Lymphologe)
  • Anlage eines Kompressionsverbandes im Anschluss an die Massage
  • intermittierender (unterbrochener) maschineller Kompressionsbehandlung mithilfe von Druckgeräten und Mehrkammermanschetten.

Kompressionsstrümpfe sowie spezielle Gymnastikübungen unterstützen die Entstauungsbehandlung. 

Dauergefäßzugänge (Dialyse-Shunts)

Ist die Nierenfunktion eines Patienten eingeschränkt oder fehlt ganz, kann eine Blutwäsche (Hämodialyse) notwendig werden. Um eine effektive Dialyse zu ermöglichen, sollten etwa 250-350 ml Blut pro Minute durch den Filter Dialysator geleitet werden. Um diesen Austausch zu gewährleisten, muss operativ ein spezieller Gefäßzugang (Shunt) geschaffen werden. Meist geschieht dies am Handgelenk, gewöhnlich an dem Arm, den der Betroffene weniger benutzt. Ist die Anlage eines Shunts am Unterarm nicht möglich, kann dieser auch in der Ellenbeuge, am Oberarm oder in seltenen Fällen auch am Oberschenkel gelegt werden. Das Leben mit einem Shunt erfordert einige Vorsichtsmaßnahmen, die eingeübt werden müssen. Dann kann ein Shunt jahrelang zur Dialyse genutzt werden.

Offene Beine (Ulcus cruris)

Eine offene, meist nässende Wunde am Unterschenkel, die über längere Zeit nicht abheilt, wird von Medizinern Ulcus cruris genannt und umgangssprachlich als „offenes Bein“ bezeichnet. Häufig tritt ein Ulcus cruris infolge einer Störung im venösen Blutkreislauf (Chronisch-venöse Insuffizienz) auf. Diese Wunden entstehen vor allem aus Krampfadern (Varizen) oder seltener durch Verengungen der Beinarterien (pAVK, Raucherbein). Zunächst werden nur Schwellungen (Ödeme) im Bereich der Knöchel getastet; später kommt es zu Verhärtungen und Verfärbungen der Haut. Schließlich sterben Hautzellen ab (Nekrosen). Frauen und Männer sind etwa gleich häufig betroffen; das Erkrankungsrisiko nimmt mit dem Lebensalter zu.

Therapie

Zunächst muss die Grunderkrankung, z.B. Thrombosen oder Diabetes, behandelt und Risikofaktoren, z.B. das Rauchen, eingeschränkt werden. Nach Art und Schwere des Ulcus cruris ergeben sich mehrere operative oder nicht-invasive Therapiemöglichkeiten. Dazu gehören

  • die lokale Wundbehandlung (Wundreinigung, Schaumverbände, ggf. Madentherapie)
  • die Kompressionsbehandlung (Kompressionsbandagen)
  • ein spezielles Gehtraining.

Die Operation des Geschwürs (Ulkus-Chirurgie) ist erforderlich, wenn die Reinigung durch die modernen Verbandsstoffe nicht ausreicht.

Arterielle Geschwüre werden behandelt durch Bypass- OP`s und Unterschenkel- PTA`s- insbesondere bei diabetischen Füßen- sowie als letzte Lösung durch Amputation.

Erweiterung der Bauchschlagader (Bauchaorten-Aneurysma)

Experten gehen davon aus, dass etwa 9% der Deutschen über 65 Jahre ein Bauchaorten-Aneurysma haben. Zumeist sind Männer davon betroffen. In der Regel merkt der Betreffende vom Aneurysma an der Bauchaorta nichts. Die krankhafte Aussackung kann zu einem Riss (Ruptur) in diesem Gefäß führen. Der damit einhergehende Blutverlust ist oft lebensbedrohlich. Verantwortlich sind auch hier arteriosklerotische Ablagerungen (Plaques) an der Gefäßwand. Die Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen.

Therapie

Je nach Größe des Aneurysmas kommen verschiedene Therapiemöglichkeiten in Betracht. Diese fangen bei der Behandlung der Grunderkrankung, z.B. eines Bluthochdrucks, an. Liegt der Durchmesser des Aneurysmas über 5 cm, wird in der Regel operiert, um eine Ruptur zu vermeiden. Prinzipiell stehen zwei verschiedene operative Verfahren zur Verfügung: das offene und das minimal invasive Vorgehen. In jedem Fall wird eine Gefäßprothese (Stent) in die erkrankte Aorta eingebracht, um sie zu stabilisieren.

Aneurysma der Knie- und Leistenarterien

In den Arterien des Knies (Arteria poplitea) und in der Gegend der Leiste (Arteria femoralis communis) können sich krankhafte Aussackungen (Aneurysmen) bilden. Die Arterie des Knies ist der häufigste Ort für ein Aneurysma in der Peripherie des menschlichen Körpers. Etwa 30 - 60 % aller Aneurysmen werden dort diagnostiziert. Häufig treten Aneurysmen im Leistenbereich parallel mit Aneurysmen in den Kniekehlenarterien auf. Die Gefahr einer Ruptur (Riss im Gefäß) ist bei Knie- und Leistenarterie eher gering, allerdings kann es zu Blutgerinnseln (Thromben) kommen, die die Durchblutung stören und oft zu Beinamputationen führen.

Therapie

Der betroffene Gefäßabschnitt wird durch eine Gefäßprothese überbrückt.

Arterieller Gefäßverschluss

Ein akuter Gefäßverschluss tritt am häufigsten bei Patienten zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr auf und kann verschiedene Ursachen haben. In ca. 80 % der Fälle kommt es zum Verschluss durch eine arterielle Gerinnselverschleppung. Das heißt, ein Blutgerinnsel (Thrombus) wird mit dem Blutstrom fortgerissen und blockiert an anderer Stelle ein Gefäß ( Embolie ). Meistens sind das Herz und die großen Gefäße die Emboliequelle. Bei ca. 20 % führt eine lokale Thrombose (Blutpfropfbildung) auf einer vorbestehenden Schädigung der Gefäßwand zum Verschluss. Die beiden Formen lassen sich meist dadurch unterscheiden, dass die Embolie schlagartig mit starken Schmerzen einsetzt, während sich die Thrombose langsam entwickelt und die Beschwerden anfangs weniger stark ausgeprägt sind.

Therapie

Ein akuter arterieller Gefäßverschluss ist ein medizinischer Notfall und bedarf einer sofortigen Einweisung in ein Gefäßzentrum bzw. Krankenhaus. Therapie der Wahl ist die chirurgische Embolektomie, eine operative Methode, um den Embolus chirurgisch mit einem Ballonkatheter zu entfernen. Weitere Verfahren sind die Lysetherapie mit speziellen Substanzen, das Absaugen des Embolus über einen Katheter (Aspirationsembolektomie), die Aufdehnung des Gefäßes mit einem aufblasbaren Ballonkatheter (sog. perkutane transluminale Angioplastie (PTA) und evtl. die Einlage einer Gefäßstütze (Stent). 

Lungenembolie

Als Lungenembolie bezeichnet man den Verschluss einer Lungenarterie. Das Blutgerinnsel (Embolus), das den Gefäßverschluss ausgelöst hat, stammt meist aus den Venen der Beine und des Beckens. Ist nur ein kleines Blutgefäß in der Lunge von der Embolie betroffen, treten keine oder nur leichte Beschwerden auf. Wenn das Gerinnsel hingegen eine größere Lungenarterie verschließt, kann dies lebensbedrohlich sein. Symptome wie Luftnot, Schmerzen beim Atmen und Herzrasen können darauf hinweisen.

Therapie

Bei einer Lungenembolie handelt es sich um einen medizinischen Notfall und mit einer intensivmedizinischen Behandlung im Krankenhaus muss sofort begonnen werden. Neben der Ruhigstellung des Patienten wird eine Therapie mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten (Antikoagulantien) und ggf. mit Präparaten, die das Blutgerinnsel auflösen (Thrombolytika) durchgeführt. In besonderen Fällen muss das Blutgerinnsel in der Lunge mit Hilfe eines Gefäßkatheters oder einer Operation entfernt werden.

Venöser Gefäßverschluss (Thrombose)

Ein Gefäßverschluss in einer Vene kann verschiedene Ursachen haben. Lange Reisen, angeborene Gerinnungsstörungen und Tumorerkrankungen sowie mechanische Hindernisse durch Tumore. Thrombosen bilden sich vorwiegend in den tief gelegenen Beinvenen und Beckenvenen. Manchmal wird der Thrombus mit dem Blutstrom fortgerissen und blockiert ein anderes Gefäß (Embolie). Die Lungenembolie ist eine gefürchtete Komplikation einer tiefen Venenthrombose (Phlebothrombose).

Therapie

Je früher eine Thrombose erkannt wird, umso besser sind die Behandlungschancen. Die Behandlung hat zum Ziel, den Thromboseprozess zu stoppen, eine Lungenembolie zu verhindern und ggf. den blockierten Blutfluss wiederherzustellen. Eine Operation, um den Thrombus zu entfernen, kann bei einer tiefen Venenthrombose angewendet werden (Venöse Thrombektomie). Außerdem können Blutgerinnsel durch Medikamente aufgelöst werden (Thrombolyse). Heparin und Marcumar verhindern ein weiteres Wachstum.

Herzschrittmacher

Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen kann ein Herzschrittmacher nützlich sein, z.B. bei unregelmäßigem, zu langsamem oder zeitweilig aussetzendem Herzschlag. Das Implantat überwacht das Herz und sendet bei Bedarf ein schwaches, nicht spürbares elektrisches Signal, um den Herzschlag zu korrigieren. Moderne Schrittmacher sind weniger als 4 bis 5 cm groß, etwa 6 bis 8 mm dick und wiegen kaum mehr als ein Standardbrief (20 g). 

Therapie

Die Implantation eines Herzschrittmachers ist ein risikoarmer Eingriff, der nicht viel Zeit in Anspruch nimmt. Meist wird er in örtlicher Betäubung durchgeführt. Über einen kleinen Hautschnitt unterhalb des Schlüsselbeins werden eine oder zwei Elektrode(n) durch eine Vene bis zum Herzen vorgeschoben. Dann wird die Elektrode an den Schrittmacher angeschlossen und das Gerät auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten programmiert und unter der Haut platziert. Das Ziehen der Hautfäden ist nicht erforderlich, wenn auflösbare Fäden verwendet wurden.

Portsysteme und Dialyse-Katheter

Portsysteme oder Portkatheter (kurz: Port) werden aus verschiedenen Gründen benötigt und können die Therapiedurchführung, z.B. bei Chemotherapie und Schmerztherapie, erleichtern. Auch wenn die Venenverhältnisse am Arm und an der Hand eine sichere Punktion nicht mehr zulassen, z.B. bei Blutern, leistet ein Port gute Dienste. Der Port wird meist in örtlicher Betäubung angelegt und durch einen Katheter ein dauerhafter Zugang zum venösen oder arteriellen Blutkreislauf – oder in seltenen Fällen in die Bauchhöhle –gelegt. 

Dialyse-Katheter werden oft bei akuten Erkrankungen zur vorübergehenden, seltener zur dauerhaften Hämodialyse eingesetzt. Meist handelt es sich um eine Art zentralen Venenkatheter. Je nach Befund und nach Verfassung des Patienten wird meistens später ein Dialyse-Shunt (s. den Punkt ‚Dauergefäßzugänge‘) angelegt.

Diabetischer Fuß

Ein Diabetisches Fußsyndrom kann sich bei Menschen entwickeln, die dauerhaft einen zu hohen Blutzucker haben. Einerseits werden durch die Erkrankung die Nerven in den Füßen geschädigt und die Schmerzempfindlichkeit der Füße nimmt ab; Druckstellen oder Verletzungen werden von den Betroffenen nicht mehr wahrgenommen (diabetische Polyneuropathie). Andererseits verengen sich bei Diabetes die Blutgefäße in den Beinen. Die Füße werden nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt; die Wundheilung ist gestört. Zusammen kann dies zu irreparablen Schäden an den Füßen führen, die im Spätstadium sogar eine Amputation des betroffenen Körperteiles notwendig machen können.

Therapie

Wichtig sind regelmäßige Kontrollen der Füße durch einen Arzt, aber auch, wenn sich dort Blasen, Risse oder kleine Wunden gebildet haben. Besonders gut sind wiederholte Termine bei einem medizinisch geschulten Fußpfleger (Podologen). Für fortgeschrittene Stadien gibt es heute verschiedene interventionelle Verfahren, z.B. die Aufdehnung von Blutgefäßen mit Ballonkatheter oder die Bypass-Chirurgie, die die Durchblutungssituation auch in schweren Fällen verbessern können. Entzündungen stellen eine Gefährdung des betroffenen Fußes dar und bedürfen einer sofortigen Therapieeinleitung mit Wundreinigung, Eiterentleerung, Antibiotika-Gabe und Ruhigstellung.

Schlaganfall (Apoplex)

Bei einem Schlaganfall (Apoplex cerebri) kommt es plötzlich zu einer kritischen Störung der Blutversorgung des Gehirns. Das führt häufig zu einem anhaltenden Ausfall von Funktionen des Zentralnervensystems, da die Nervenzellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. In etwa 80% der Fälle handelt es sich beim Schlaganfall um einen Hirninfarkt (Ischämischer Schlaganfall), d.h. eine Minderdurchblutung in einem Hirnareal. Einer solchen Durchblutungsstörung kann beispielsweise ein Verschluss einer Halsschlagader (Carotisstenose) zugrunde liegen. Manchmal wird auch ein kleines Gefäß im Gehirn durch ein Blutgerinnsel verstopft. Herzrhythmusstörungen können dabei eine Rolle spielen. Nur relativ wenige Schlaganfälle gehen auf eine Hirnblutung zurück. Die Behandlung richtet sich nach Art und Schwere des Anfalls.

Prophylaxe

Um das Schlaganfall-Risiko zu vermindern, sollten verschiedene Erkrankungen ausgeschlossen bzw. behandelt werden, wie Bluthochdruck (Hypertonie), Diabetes oder ein erhöhter Cholesterinspiegel. Bluthochdruck ist der häufigste Risikofaktor. Der Blutdruck sollte in Ruhe generell 130 / 85 mm/ Hg nicht überschreiten. Ist der untere Blutdruckwert auf über 100 mm/ Hg erhöht, ist das Risiko eines Schlaganfalls 10-fach erhöht. Gleichzeitig empfiehlt sich eine gesunde Lebensweise. Da die Gefahr einer Wiederholung sehr groß ist, können blutgerinnungshemmende Medikamente das Auftreten eines erneuten Schlaganfalls deutlich senken.  Es handelt sich häufig um einen akuten Gefäßverschluss, manchmal embolisch bedingt, siehe oben. Bei großen akuten Gefäßverstopfungen werden diese mit einer Lyse behandelt (arteriell oder meisten i.v. sowie in neuester Zeit mit einer mechanischen Thrombektomie über einen Katheter. Operative Gerinnselentfernungen sind ebenfalls möglich.

Bluthochdruck (Hypertonie)

Bei der Hypertonie ist der Blutdruck im arteriellen Gefäßsystem chronisch erhöht. Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO gilt ein systolischer Blutdruck (wenn sich das Herz zusammenzieht) von mind. 140 mm/Hg (gesetzliche Einheit bei der Angabe von Druck) und ein diastolischer (das Herz entspannt sich) von 90 mm/Hg als Hypertonie. In Deutschland sind ca. 20 Millionen Menschen betroffen. Viele wissen es gar nicht und werden auch nicht behandelt. Denn Bluthochdruck macht zu Beginn meist keine Beschwerden. Dauerhaft zu hoher Blutdruck kann jedoch Herz, Blutgefäße, Gehirn, Augen und Nieren schädigen. Diese Schäden wiederum können Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall nach sich ziehen. Daher ist es wichtig, Bluthochdruck frühzeitig zu behandeln. 

Therapie

In vielen Fällen hilft eine gesündere Lebensweise mit einer ausgewogenen, salzarmen Ernährung und regelmäßiger Bewegung, um die Blutdruckwerte zu senken. Wenn dies nicht gelingt oder die Werte von Anfang an sehr hoch sind, wird eine Therapie mit Blutdrucksenkern eingeleitet. Zu diesen gehören Diuretika, Betablocker, Kalziumantagonisten, ACE-Hemmer, AT-1-Rezeptor-Antagonisten und Renin-Antagonisten, sowie seltener benutzten Stoffklassen. Die medikamentöse Therapie richtet sich nach dem Lebensalter und den Begleiterkrankungen des Patienten. Wenn Risikofaktoren vorliegen, z.B. Diabetes, muss der Blutdruck besonders sorgfältig im Normbereich (130 / 85 mm/ Hg) gehalten werden.